Nur einen ganz kleinen Teil von Südafrika konnten wir bereisen, und immer schien es viel zu wenig zu sein:
Grasland, Buschland, gelegentlich Wälder, immer Berge. Nach jeder Hügelkuppe wieder endlose weitere; immer, wenn ein Strand oder eine bestimmte Bergkette ganz nah zu sein scheinen, tun sich nach der nächsten Kurve noch einmal gewaltige Strecken auf. Wie klein doch Deutschland im Vergleich dazu ist!
Pflanzen, die vertraut zu sein scheinen, Pflanzen, die neu und unbekannt sind. Grün- und Brauntöne, die sich immer neu mischen.
Die Straßen:
ordentliche, frisch renovierte Autobahnen (auf denen durchaus Fußgänger anzutreffen sind),
schmale, kurvige, alte Bergstraßen mit Schlaglöchern,
einspurige Pisten mit Schotterausweichstreifen rechts und links,
Schotterstraßen,
und dann noch schlimmere, bei denen Worte wie "Achsenbruch" plötzlich beängstigend real werden und "geländegängie Wagen" einen ganz pragmatischen Wunsch darstellen.
Die Tiere:
Vögel, Schmetterlinge überall,
Straußen in Farmen, in Naturreservaten oder gelegentlich am Straßenrand,
Schildkröten auch schon mal mitten auf der Straße, faul in der Sonne liegend.
In Reservaten Antilopen und Böcke aller Arten (wenn sich im Busch was bewegt: genau hinschauen!),
Warzenschweinfamilien, Zebras, Wasserbüffel, Elefanten.
Mistkäfer so groß wie ein Daumen, fleißig den Elefantendung verarbeitend ...
Die Pflanzen (die bemerkenswertesten):
Aloen, Zykaden, Agaven, Akazien,
Erika (viel größer und vielfältiger als bei uns),
Silver tree, Protea,
diverse Blumen und blühende Büsche, die namenlos schön sind,
Pfefferbäume mit sagenhafter Duftwolke, verschiedene Sukkulenten ...
Die Berge:
Schroff, steinig, meist mit niedrigem Buschwerk bewachsen.
Atemberaubende Faltungen im Gestein.
Wasserfälle in Felsnischen.
Tropfsteinhöhlen von gewaltigen Ausmaßen mit einer so guten Akustik, dass die Führer darin ein Lied anstimmen. Beeindruckend.
Die Orte:
an der Touristenroute gibt es immer malerische Wohnviertel, Gäste- und Ferienhäuser, Restaurants mit liebevollem Ambiente, freundlicher Bedienung (farbig) und gutem Essen.
Und ein Stück weiter Häuschen, die denen gehören, die sich die besseren Anwesen nie im Leben leisten können werden; Häuschen, die nicht nur zwei Klassen schlechter sind.
Abseits der Touristenorte einfachere Städte, oftmals mit einem Standard, der bei uns vor 50 Jahren vielleicht normal gewesen wäre. Da wohnen dann vor allem Farbige. Die Supermärkte sind da kleiner, dunkler, schlechter ausgestattet, aber von der Hilfsbereitschaft der Mitarbeiter könnten wir in Deutschland uns gut was abschauen.
Dann gibt es – neben unauffälligen weitläufigen Farmen – noch "Estates": Große Farmen, in der Nähe von Orten oder auch im "Nirgendwo", die durchaus Herrenhauscharakter haben. Auf dem Land drum herum stehen dann Häuschen, die durchaus Geräteschuppencharakter haben. Darin wohnen vermutlich die Landarbeiter, denn es hängt Wäsche daneben, und gelegentlich spielen Kinder davor. Farbige.


