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eine kleine Geschichte von zwischen

Wie alles anfing ...


September 1991

Bei einem eintägigen Besuch der Gedenkstätte Auschwitz stellen Schüler- und JugendzeitungsmacherInnen aus Deutschland fest, daß es in Polen keine derartige Szene gibt. Kaum Schülerzeitungen, kaum jugendeigene Medien.

In Gesprächen mit einem Mitarbeiter der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Oswiecim kristallisiert sich folgende Idee heraus: Wir veranstalten ein vierzehntägiges Zeitungsseminar mit Werkstattcharakter.

Deutsche SchülerInnen und StudentInnen mit Zeitungserfahrung gestalten zusammen mit 25 polnischen SchülerInnen mit etwas Deutschkenntnissen eine Zeitung. Recherche, Schreibe, Layout, Finanzierung, Druck, Fotografie und Interviewtechnik in internationalen Redaktionsteams zu selbstgewählten Themen. Ziel ist es, die polnischen TeilnehmerInnen zu ermutigen, zu Hause eigene Zeitungen ins Leben zu rufen.

Die kommenden Monate vergehen damit, dieses ehrgeizige Pilotprojekt zu organisieren und v.a. zu finanzieren, was gar nicht so einfach ist. Honorare gibt es selbstverständlich und seitdem traditionell keine.

Das erste Projekt, ...

... bei dem keiner so recht wußte, was auf ihn zukommen würde und hinterher alle mindestens so erledigt wie begeistert waren.

Dezember 1991

Die erste Zeitungswerkstatt wird ein voller Erfolg. Neben einer Zeitung, der anzusehen ist, daß sie ein Erstlingswerk ist, entstehen in der gemeinsamen Arbeit und den verplauderten Nächten Freundschaften, die z.T. bis heute andauern; Erschrecken darüber, wie wenig man doch voneinander weiß und der Wunsch nach mehr; Nachdenken über die Vergangenheit durch den provokanten Tagungsort und der Name der Zeitung: pomiedzy/ zwischen.

Der Wandel von der Einmaligkeit zur Regelmäßigkeit

Der "Wunsch nach mehr" konkretisiert sich im März 1992. Das als einmalig geplante Konzept wird ergänzt und fortgesetzt. Uns allen ist Polen mittlerweile viel zu wichtig geworden, um das Erlebnis als Eintagsfliege zu akzeptieren. Zahlreiche Post aus Polen mit den ersten selbst erstellten Schülerzeitungsausgaben bestärken uns.

Die Idee des Gegenbesuchs in einem Selbstversorgerhaus in Deutschland mit den TeilnehmerInnen der ersten Werkstatt und einigen mehr, bei dem als Dokument des Projekts wiederum eine Zeitung entstehen soll wird in die Tat umgesetzt. Wie beim ersten Mal sollen sich die Konfrontation mit der deutsch-polnischen Vergangenheit und die gemeinsame Arbeit an der Zeitung ergänzen.

September 1992

Vierzehn Tage in Markt Bibart in Bayern werden zu einer Wiedersehensfeier der ganz besonderen Art. Neu sind der Erfahrungsaustausch über die alltägliche Arbeit des Schülerzeitung Machens in beiden Ländern und der zu organisierende Haushalt für an die 40 Leute.

Schon während des Seminars entsteht die nächste Idee: Um den polnischen SchülerInnen zu ermöglichen, derartige Workshops auch zu Hause im kleineren nationalen Rahmen durchzuführen, wird das Organisationsteam der nächsten Zeitungswerkstatt (pomiedzy/ zwischen III) international sein. Verständigungssprache von allem etwas.

Das nächste Projekt wird also gemeinsam geplant, ausgeschrieben und finanziert. Dafür kommen die polnischen TeamerInnen sogar auf ein verlängertes Wochenende zu uns nach Regensburg.

Februar / März 1993

Internationales Team und internationale TeilnehmerInnentruppe treffen sich wieder in Oswiecim und gestalten die vierte Ausgabe.

Bereits jetzt ist klar, daß auch diese nicht die letzte sein wird. Auch wenn die Zeit bis zur nächsten Nummer aus diversen Prüfungsgründen etwas länger wird als bisher.

September 1994

An einem neuen Tagungsort in Polen, Krzyzowa, wird wieder bis spät in die Nacht recherchiert, layoutet, geplaudert und gelacht.

Wie das Projekt seine eigene Organisationsstruktur erhält

Bisher hat ein "Arbeitskreis Polen" der Jungen Presse Bayern e.V. die Zeitungswerkstätten durchgeführt.

Mittlerweile haben die Polen-Interessierten keine Funktionen mehr im Vorstand dieses Vereins und beschließen, einen eigenen Verein zu gründen, der sich ausschließlich mit internationalen Projekten in erster Linie mit Polen beschäftigen soll. Was liegt näher als diesen neuen Verein so zu nennen, wie die Zeitung seit Jahren heißt? zwischen

August 1995

Die Jubiläumsausgabe entsteht in einem Tagungshaus nahe Coburg in Deutschland.

Anläßlich dieser fünften Ausgabe findet im Anschluß an die Zeitungswerkstatt ein Zeltlager statt, zu dem alle bisherigen TeamerInnen und TeilnehmerInnen eingeladen werden. Eine Einladung, die viele annehmen!